Goch

Ein Leben für die Tiere

VON KATRIN REINDERS - zuletzt aktualisiert: 17.01.2012

Goch (RP).Anita Maes aus Hassum hat ihren Bürojob sausen lassen – für ihren Traum: eine Tierheilpraxis und Katzenpension. Nach 19 Jahren als Steuerfachgehilfin widmet sie sich seit 2011 auch beruflich den Tieren.

 

Zweieinhalb Jahre lang drückte die gelernte Steuerfachgehilfin Anita Maes die Schulbank und lernte bei der Deutschen Gesellschaft für Tierheilpraktiker und Tierphysiotherapeuten in Gelsenkirchen für ihre Praxis in Hassum. Foto: EVERS

Die kleine Anita hat nicht mit Puppen gespielt. Katzenkinder schlummerten stattdessen in ihrem Puppenwagen. Wie kann es da anders sein, dass die heute 48-Jährige immer noch sagt: "Ein Leben ohne Tiere kann ich mir nicht vorstellen." Und so erfüllte Anita Maes sich im vergangenen Jahr ihren großen Traum: Eine eigene Tierheilpraxis und Katzenpension. Dafür hing die gelernte Steuerfachgehilfin ihren Bürojob nach zuletzt 19 Jahren bei einem Bauunternehmer an den Nagel und widmet sich seither auch beruflich ganz den Tieren – und der Homöopathie.

Rund zweieinhalb Jahre lang drückte die gebürtige Hassumerin dafür noch einmal die Schulbank. Von 2006 bis 2008 verbrachte sie etliche Wochenenden unter dem Dach der Deutschen Gesellschaft für Tierheilpraktiker und Tierphysiotherapeuten in Gelsenkirchen – ein Engagement, das sich gelohnt hat. Denn: "Was Spaß macht, lernt man schnell und gerne", sagt Anita Maes, die schon immer Hunde, Katzen, Hühner, Ziegen, Esel und Co. um sich herum beheimatet hat.

 

Die neben der Praxis befindliche Katzenpension ist für 12 Tiere zugelassen, deren Besitzer beispielsweise verreist sind. Es gibt sogar ein Einzelzimmer und viel Zeit für jedes Tier. Infos: www.tierheilpraxis-goch.de oder Tel.: 02827/ 5840

Einige Monate der Anatomie- und Physiologie-Paukerei und einige Praktika weiter, hat sie sich mit Unterstützung ihres Mannes den Traum der eigenen Praxis im vergangenen Jahr erfüllt. Was sie an der Homöopathie für Tiere so zu schätzen weiß? Die Ehrlichkeit. Denn: "Der vielfach der Naturheilkunde nachgesagte Placebo-Effekt fällt bei den Tieren weg – und es wirkt tatsächlich", sagt sie.

Dabei sei Anita Maes selbst immer sehr skeptisch der Homöopathie gegenüber eingestellt gewesen. Vielleicht weil man nicht gleich alles versteht, vielleicht aber auch weil Naturheilkunde ihre Grenzen hat. Aber: Eine stark gelähmte Ziege, der die Schulmedizin nicht helfen konnte, hat der Hassumerin die Augen für Wunder der Natur geöffnet – und begeistert. Denn eben diese Ziege läuft, springt und klettert heute, nach erfolgreicher homöopathischer Behandlung, wieder durch ihren Garten.

Einzelzimmer frei  

 

In der Katzenpension, gleich neben der Praxis gelegen, finden die vierbeinigen Gäste komfortabel ausgestattet Räume vor. Foto: EVERS

Oder man nimmt den kleinen Kater, der vom Katzenschnupfen stark gezeichnet war, und nun wieder durchs Haus flitzt. Die große Kunst der alternativen Heilkunde ist das richtige Mittel im richtigen Moment passend für Patient und Erkrankung zu finden, sagt die Tierheilpraktikerin. Schließlich ist ein Schnupfen nicht gleich Schnupfen und eine Wirkung nicht gleich Wirkung – das Gesamtbild muss stimmen.

Erst durch Differenzierung wird das richtige Mittel aus rund 5000 verschiedenen ausgewählt und über den 2200 Seiten starken Synthesis, das Homöopathie-Lexikon, herausgesucht. Die größte Klientel ihrer Patienten sind Heimtiere wie Hunde und Katzen. Prinzipiell könnte Anita Maes auch Pferde betreuen, doch sind diese mit ihren Spezialitäten des Gangwerks eher etwas für Ross-Experten. Das Herz der Hassumerin schlägt für die klassischen Haustiere, von denen sie seit ihrer Kindheit schon etliche aufgepeppelt und vor dem Schlimmsten bewahrt hat – ein Leben für die Tiere eben.